Kirwa Programm 2019

Samstag, 19. Oktober 2019

8 Uhr Treffen zum Baumholen in der Brauereiwirtschaft
11 - 12 Uhr Frühschoppen mit Blasmusik im Schützenheim Fronberg.

Treffpunkt der Kinder zum Fahnerltrog´n vor dem Schützenheim.

12 -14 Uhr Marsch des Zuges: Schützenheim - Olympiastrasse - Fronbergerstrasse - durchs Dorf übers Fronberger Schloss zum Dorfplatz.
13 - 18 Uhr Aufstellen des Kirwabaumes

Wir bitten um zahlreiche Helfer!!!

19 Uhr Tanz der Kirwapaare um den Baum und das tradionelle Hochlebenlassen durch Hubert Rathey
20 Uhr Großer Kirwatanz im Saal der Brauereiwirtschaft

Sonntag, 20. Oktober 2019

10.30 Uhr Festgottesdienst in der Sankt Andreas Kirche
14 Uhr Abholen der Kirwamoidln
ca. 14.30 Uhr Einzug der Kirwapaare ins Dorf mit Blasmusik
15 Uhr Tanz der Kirwapaare um den Baum
16- 18 Uhr Zünftiger Nachmittag in der Tenne
20 - 1 Uhr Großer Kirwatanz im Saal der Brauereiwirtschaft

Montag, 21. Oktober 2019

9 - 13 Uhr Traditioneller Männerfrühschoppen
13 Uhr Tanz der Männer um den Baum
14 - 18 Uhr Zug durch Fronberg, zuerst Schützenheim dann zum Sportheim

Samstag, 02. November 2019

20 Uhr Noukirwa mit Ehrungen

Eintritt frei

An der gesamten Kirwa begleiten uns die Fronberger Kirwamusikanten

Oh Kirwa, lou niad nou! (Bericht aus der Mittelbayerischen

Foto : Bettina Mehltretter

Jakob Jobst ist Fronbergs erster Kirwabursch, Tanja Zweck sein -moidl. Jetzt läuft ihre schönste Zeit im Jahr.
von Bettina Mehltretter
Ab Samstag ist wieder Kirwa in Fronberg. Stimmt es, dass manche vor dem Kartenvorverkauf sogar im Brauereigasthof übernachten, weil die Karten so begehrt sind? 
Jakob Jobst: Ja, aber es hilft nichts. Jeder will Karten, mancher sogar einen ganzen Tisch. Da gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wir schlafen dann in der Nacht auf Mittwoch im Keller des Wirtshauses auf dem Reiser vom Kranzbinden oder auf den Biertischgarnituren. Um 10 Uhr wird die Wirtschaft wieder aufgesperrt. Um 18 Uhr beginnt dann der Vorverkauf.
Das ist verrückt. 
Jakob Jobst: Meine Eltern wollen zum Beispiel immer Tisch 14, und das seit 20 Jahren. Da muss halt dann einer in der Wirtschaft übernachten.
Tanja Zweck: Letztes Jahr, als zweites Kirwamoidl, bin ich drei Mal aus Paris, wo ich studiert habe, nach Hause geflogen: zwei Mal für eine Tanzprobe und natürlich für die Kirwa selbst. Die Kirwa gehört einfach dazu.
Ganz Fronberg schaut in diesen Tagen auf Sie, das erste Kirwapaar. 
Zweck: Für mich ist es eine große Ehre, das Kirwamoidl sein zu dürfen. Ich habe von klein auf mit meinen Eltern zugeschaut. Da war es mein großes Ziel, selbst einmal Kirwamoidl zu werden. Unser zweites Kirwamoidl, Sabine Rappl, hat sich auch extrem gefreut, als sie ausgesucht worden ist.
Und wie ist es bei den Burschen? 
Jobst: Seit ich denken kann, bin ich bei der Kirwa dabei. Meine Oma war schon erstes Kirwamoidl, der Opa Kirwabursch. Heuer bin dann ich vom Kirwaverein gewählt worden. Tanja tanzt schon seit drei Jahren mit mir. Damals war ich gerade frei und sie auch.
In unserer Interview-Reihe “Auf Achse” fahren wir mit unseren Gästen zu einem Ziel ihrer Wahl. Sie haben sich den Dorfplatz in Fronberg ausgesucht. Was bedeutet der Ort für Sie? 
Zweck: Der Ort steht einfach für die Kirwa. 95 Prozent davon spielt sich hier oder in der Wirtschaft ab. Und auch wenn ich zum Beispiel im Winter hier vorbeikomme, freu' ich mich, weil es in zehn Monaten schon wieder soweit ist.
Jobst: Die Vorfreude ist groß - obwohl die Kirwa viel Arbeit bedeutet.
Dieses Interview konnten Sie gerade noch zwischen andere Termine quetschen. Wie stressig ist es zurzeit tatsächlich? 
Jobst: In den letzten Wochen hatte ich selten zwischendurch mal zwei, drei Stunden frei. Ich bin immer von der Arbeit heim, hatte zehn Minuten Pause und dann gleich den nächsten Termin für die Kirwa: zum Beispiel eine Tanzprobe oder einen Termin vom Kirwaladen. Allein fürs Kirwaladen ist die Liste, die wir abarbeiten, acht Seiten lang und hat jeweils zehn bis 15 Adressen.
Sie laufen dann von Haus zu Haus und laden die Leute ein. Kämen die Fronberger nicht auch so? 
Jobst: Ja, aber das ist halt der Charme davon. Die Leute freuen sich jedes Jahr wieder, wenn die Kirwaburschen kommen. Dann ratscht man und die Fronberger erzählen Geschichten von früher, zum Beispiel als meine Oma noch Kirwamoidl war.
Wie hat sich die Kirwa seitdem verändert? 
Zweck: Eigentlich gar nicht. Unser Gründungsmitglied, der Götz Hermann, hat uns beim Kirwaladen erklärt, dass das Programm des Kirwawochenendes im Grunde genommen in all den Jahren gleich geblieben ist.
Jobst: Der einzige Unterschied ist, dass jetzt auch die Auswärtigen mittanzen dürfen.
Was heißt das? 
Jobst: Früher waren die Regeln so streng, dass nur die mittanzen durften, die tatsächlich in Fronberg geboren waren.
Zweck: In Prissath zum Beispiel gibt es noch heute Leute, die nicht zu unserer Kirwa kommen, weil sie sagen: Vor 20 Jahren wolltet ihr uns auch nicht im Saal haben.
Und wie ging es dann weiter? 
Jobst: Irgendwann sind den Fronbergern die Kirwaburschen ausgegangen, weil es immer weniger gebürtige Fronberger gab und das Krankenhaus ja in Schwandorf ist.
Und weil Hausgeburten inzwischen selten sind. 
Jobst: Ich hätte damals auch gar nicht mittanzen dürfen. Schließlich bin ich in Schwandorf zur Welt gekommen.
Das klingt nach schlechten Zeiten für die Fronberger Kirwa. 
Zweck: Eine Zeit lang gab es nur sechs, sieben, acht Paare. Daran kann sogar ich mich noch erinnern. Damals war auch der Brauch selbst out. Heuer sind wir wieder 15 Paare. Dabei ist das Podium, auf dem wir um den Baum tanzen, nur für zehn, maximal zwölf ausgelegt.
Steht die nächste Generation schon in der Warteschlange? 
Jobst: Natürlich! Man darf aber erst mit 16 Jahren mittanzen. Mit 15 gehört man noch zu den Lieslträgern. Die passen auf unseren geschmückten Bierkrug auf. Wenn trotzdem jemand die Liesl klaut, müssen wir Kirwaburschen dem Dieb eine Brotzeit zahlen.
Zweck: Und während wir Kirwapaare und die Vorstandschaft beim Umzug durchs Dorf unterwegs sind, passen die Lieslträger auf unseren Baum auf. Schließlich weiß jeder, wo der Baum liegt.
Das klingt nach einer harten Schule. Herr Jobst, welche Qualifikationen haben Sie, die wichtig sind für Ihre Rolle bei der Kirwa? 
Jobst: Ich bin auf jeden Fall nicht aufs Maul gefallen. Und man braucht ein wenig Mut, weil man zum Beispiel eine Rede halten und die Leute immer wieder hochleben lassen muss.
Und welche Aufgaben haben Sie, Frau Zweck? 
Zweck: Ich kümmere mich vor allem um die Frauen. Letzten Sonntag, während die Männer im Wald waren, um Reiser zu holen, waren zum Beispiel alle Kirwamoidln mit ihren Müttern, teilweise Großmüttern, beim Essen. Sowas organisiere ich. Wir Kirwamoidln schmücken auch die Liesl und nähen den Burschen die Federn an den Hut.
Eine traditionelle Rollen-Verteilung: Der Mann arbeitet im Wald, die Frau näht... 
Jobst: So ist das eben bei der Kirwa.
Auf der Kirwa zeigen Sie dann Tänze, die Sie einstudiert haben. 
Jobst: Außer bei unseren Pflichttänzen tanzen Tanja und ich aber nicht oft miteinander. Tanja tanzt sonst zum Beispiel mit dem Bürgermeister, wenn er kommt, und mit den Vorständen der anderen Vereine; ich tanze mit den Damen. Also mit allen Leuten, die wichtig sind.
Und das klappt gut? 
Zweck: Da sind schon Leute dabei, mit denen ich gar nicht tanzen kann. Der eine tanzt einfach keinen Walzer, sondern einfach nur zwei links, eins rechts - und dann wechselt er wieder. Der andere hat gar kein Taktgefühl. Aber eigentlich macht das nichts. Wir freuen uns über jeden, der mittanzt.
Meine Oma war schon erstes Kirwamoidl, mein Opa Kirwabursch. Heuer bin ich gewählt worden.”
Jakob Jobst
Fronbergs erster Kirwabursch  (Bericht aus der Mittelbayerischen Zeitung vom 14.Oktober2019)